Der Übergang von DTSB / DBV-  zu DSB / DBB – Organisationsstrukturen 1990 -1991

 

Der politische Wandel in der DDR 1989/1990 hatte selbstverständlich Auswirkungen auf den Sport bzw. machte Veränderungen der Strukturen im Sport erforderlich.

Bereits 1988 /89 gab es Anzeichen für kleine Veränderungen in der DDR- Sportpolitik. Es schien möglich zu sein, die restriktiven Bestimmungen für die Sportarten, die im DTSB unter „Sport 2“ geführt wurden, zu lockern. Auch im Bereich Basketball  wurden Versuche gestartet, die Förderung der Sportart zu verbessern. Länderspiele der Damen gegen Österreich zählte als erster Erfolg.

Sofort, als nach dem 09.November 1989 die Grenzen durchlässiger waren, wurden bestehende Kontakte belebt und Spiele zwischen Teams aus dem DBV- und dem DBB- Bereichen vereinbart. Ende 1989 gab es die ersten Begegnungen [u. a. das Damenturnier der HU Berlin mit KPV 69 Halle und Mannschaften aus Berlin (West)].

Bereits am 04.12.1989 in Berlin (West) und am 09.01.1990 in Berlin (Ost) fanden Gespräche zwischen dem DBV und DBB statt. Die Wiederbelebung des Spielverkehrs stand im Vordergrund. Wie aus einem Vereinbarungsentwurf vom 24.03.1990 zu ersehen ist, gingen die Verhandlungsteilnehmer von zwei bestehenden Verbänden aus.

So wie sich in der Politik der Wille zur Wiedervereinigung Deutschlands durch-setzte, befasste man sich auch im Sport im Laufe des Jahres nicht mehr mit Verträgen und Vereinbarungen, sondern mit der Vereinigung der Verbände.

Am 24.03.1990 wurde der Deutsche Arbeitsausschuss Basketball (DAAB) ins Leben gerufen. (Vermutlich ging für diese Vorgehensweise eine Empfehlung Seitens der Politik in der BRD –Innenministerium? – an alle Spitzenverbände). Der DAAB mit den Vertretern des DBB und DBV tagte bis November 1990 sechs Mal. Die Arbeitsgruppen tagten gleichfalls sechs Mal. (lt. Ströher Präsidiumsprotokoll).

Der DSB hatte im Laufe des Jahres empfohlen, in allen Fachverbänden Verhandlungsgremien zu schaffen. Im Basketball war es der DAAB. Diese Gremium beriet am 14.06.1990 in Berlin (West) und am 12.07.1990 in Berlin (Ost). An den Beratungen nahmen seitens des DBV Heinold, Jacobs, Laabs, Leopold, Mielck und Schuster teil. Das Gremium beschloss Arbeitsgruppen zu bilden.

Teilnehmer seitens DBV

AG Verwaltung und Verträge: Otto, Kummer, Uhlig

Diese AG arbeitet nicht, da infolge der politischen Entwicklung keine Verträge geschlossen wurden.

AG Leistungsport: ursprünglich - Jacobs, Leopold, Heinold, Schmidt

                              gearbeitet haben: Heinold, Laabs, Schmidt

AG Jugend und Schulsport: Jauckus, Rank, Goldowski

AG Schiedsrichter: Zeh, Käsebier, Ockert

AG Freizeit- und Breitensport: Hofmann, Pröhl

AG Trainer und Lehre: Laabs, Straube, Huss

 

Die Verhandlungen werden von Ströher als fair und einvernehmlich beurteilt.

Etwa 25 Personen waren an den Verhandlungen beteiligt.

 

Die Arbeitsgruppen tagten in Frankfurt, Hagen und Hannover im Zeitraum 05. bis 20.08.1990. Sie legten Inhalt und Termine der Vorbereitung der Vereinigung der beiden Verbände fest.

In den ersten Gesprächen 1989 und Anfang 1990 wurde über Durchführung sportlicher Begegnungen auf Club- und Auswahlebene und gegenseitige Veranstaltungsbesuche gesprochen. Im Lauf des Jahres 1990 waren der Übergang zu einem gemeinsamen Sportverkehr (Meisterschaften, Pokale), die Anerkennung der Schiedsrichter- und Trainerlizenzen, die Sichtungsmöglichkeiten von DBV- Spielern/innen für die deutschen Nationalmannschaften und der Erhalt der Talentförderung an Sportschulen im DBV-Bereich die bestimmenden Themen.
Verstärkt wurden auch finanzielle Fördermöglichkeiten für den DBV-Bereich erörtert.

Am 23.03.1990 „verabschieden“ sich in Berlin langjährige  Mitstreiter vom DBV. Es sind: Hofmann. Eichler, Otto, Jacobs, Laabs, Hein, Ixmeier, Uhlig, Püschel, Jauckus, Käsebier, Leopold, Möbius, Rosemann, Schmidt, Kühne, Doebel, Carlowitz, Noak, Ockert, Heinrich, Lehmann, Seemann.

Am 09.09.1990 und 20.10.1990 fanden Verbandstage des DBV statt.

 

Das neugewählte Präsidium:

 

Präsident:                                              Dr. Volkhard Uhlig

Stellv. Präsident:                                   Hans-Jochen Otto

Vizepräsident Erwachsenensport:        Hubert Jacobs

Vizepräsident Nachwuchssport:           Fritz Jauckus

Vizepräsident Breitensport:                  Gerd Hofmann

Schatzmeister:                                     Ronald Püschel

Vizepräsident Leistungssport:              Ronald Heinold

Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit:      Horst Neuhof

Vertreter der LFV:                                 Herbert Kulik, Wolfgang Ockert

 

Es wurden die Kommissionen:

  • Trainer – Dietrich Laabs
  • Schiedsrichter – Siegfried Käsebier
  • Wettkampf: Hilmar Leopold und
  • Recht: Jörg Seemann

gebildet.

 

Dr. Volkhard Uhlig wurde ins Präsidium des DBB kooptiert.

 

Zur Neugestaltung wurde, analog der Politik, der Weg mit der Bildung neuer Landesfachverbände in Berlin, Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen, Sachsen- Anhalt, Thüringen , Auflösung des DBV (20.10.1990 mit Wirkung 03.11.1990 und Beitritt der LFV zum DBB am 04.11.1990), gewählt. In einem Protokoll einer DBB- Präsidiumstagung wird der 03.11.1990 11.08 Uhr als Aufnahmetermin der fünf neuen Verbände genannt. Zu diesem Termin beschloss das Präsidium des DBB die fünf neuen Landesverbände aufzunehmen.

Das Präsidium des DBB beschloss am 03.11.1990 zur Überleitung eine Außenstelle Ost  einzurichten. Dafür sollten Ulli Kummer und Frau Panier befristete Arbeitsverträge bis 31.08.1991 erhalten. Die Kosten für die Eingliederung der neuen Verbände und die Unterhaltung der Außenstelle „Ost“ wurden mit 200 000 DM  veranschlagt.

Die AG Ost sollte bis 31.12.1990 weiterarbeiten und die Punktspielrunden 1990/91 in dem ehemaligen DBV-Gebiet betreuen. Zur AG Ost gehörten: Jacobs, Jauckus, Leopold, Käsebier, Püschel, Kummer, Neuhof). Am 21.09.1991 ist eine letzte Sitzung in Rostock bekannt. Die Teilnehmer  beschlossen als IG Ost in lockerer Form weiterhin zusammen zu arbeiten. Ein Sitzung der IG ist vom 27.03.1992 in Halle bekannt.  Für den 24.11.1990 wurde nach Hagen ein außerordentlicher Bundestag einberufen. 1990/91 wurden im Gebiet der fünf neuen Bundesländer Übergangsrunden an Stelle der Deutschen Meisterschaften der DDR ausgetragen. 1991/92 erfolgte die Eingliederung in den Wettkampfbetrieb des DBB. Die neuen Bundesländer trugen ihre ersten Landesmeisterschaften aus. In die 1. Bundesliga Damen wurden zwei Teams (HU Berlin und SC HPW 69 Halle), in die 2. Bundesliga ein Team (Chemnitz) und in die 2. Bundesliga Herren zwei Teams (ADW Berlin und der USC Magdeburg) eingegliedert. Die Länder Sachsen und Thüringen wurden der Regionalliga Süd-Ost und Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen- Anhalt der Regionalliga Nord zugeschlagen. Die neuen Landesverbände hatten kaum Einflussmöglichkeiten auf die regionale Zuordnung. Bereits 1991 konnten zwei Teilnehmer aus den fünf neuen Bundesländern an der Deutschen Jugendmeisterschaft teilnehmen, jeweils eine Auswahl beteiligte sich am BJT ( Sichtung 1975) und BJL (1976). Die Mädchen 1975 belegen Platz 7 und die Jungen Platz 9, die Mädchen 1976 erkämpfen Rang 3 und die Jungen Rang 10. Drei Jungen (Metzner, Perlitz,  Hauk) und drei Mädchen (Dietel, Stock , Seemann) werden für die DBB-Leistungscamps im Sommer nominiert. Als erste Aktive gehören Dorothee Hübner, Kirstin Wollschläger und Alke Dietel zum DBB- Nationalkader. Am traditionellen Sommerlager in Bad Schmiedeberg beteiligen sich 280 Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1977 bis 1999. Erste Schulen beteiligen sich an Jugend trainiert für Olympia 1991. Am 15.07.1991 sind im DBB 4070  Teilnahmeberechtigungen beantragt (1390 aus Sachsen, 1004 aus Sachsen- Anhalt, 594 aus Thüringen, 572 aus Berlin (Ost), 325 aus Brandenburg und 185 aus Mecklenburg-Vorpommern).

 

Übergangsjahr 1990/1991

 

Die Saison 1990/1991 war ein Übergangsjahr vom Spielbetrieb im DBV zum Spielbetrieb DBB.

Für den Nachwuchs wurde eine Regionalmeisterschaft „Ost“ und ein Pokalwettbewerb gespielt. Teilnahmeberechtigt waren Vereine aus den fünf neuen Bundesländern und Ostberlin.

 

Regionalmeisterschaften Ost

männl. Jgd A :

  1. Chemnitzer SV Union 77
  2. VSC Magdeburg
  3. SV Carl Zeiß Süd Jena


weibl. Jgd. A:

  1. TuS Ascota Chemnitz
  2. ESV Lok Magdeburg


männl. Jgd. B:

  1. SC HPW 69 Halle
  2. BSV AdW Berlin
  3. SV Ottendorf Okrilla
  4. Chemnitz SC Union 77

weibl. Jgd. B:

  1. SC HPW 69 Halle
  2. ESV Lok Magdeburg
  3. HSG HU Berlin
  4. TSV VMB Dresden

männl Jgd. C:

  1. SV Empor Berlin
  2. Chemnitzer SV Union 77
  3. SV Stahl Riesa
  4. SC HPW 69 Halle

weibl. Jgd. C:

  1. TuS Ascota Chemnitz
  2. USV TU Dresden
  3. ESV Lok Magdeburg
  4. SC HPW 69 Halle

Die jeweils zwei bestplazierten Vereine wurden für die Deutsche Jugendmeisterschaft 1991 gemeldet.

 

Pokalwettbewerbe "Ost"

mannl. Jgd. A:

  1. CSV Union 77 Chemnitz
  2. SC HPW 69 Halle
  3. SV Zeiss Süd Jena

weibl. Jgd. A:

  1. ESV Lok Magdeburg
  2. TuS Ascota Chemnitz
  3. SC HPW 69 Halle

männl. Jgd. B:

  1. SC HPW 69 Halle
  2. CSV Union 77 Chemnitz
  3. SV Ottendorf- Okrilla

weibl. Jgd. B:

  1. SC HPW 69 Halle
  2. ESV Lok Magdeburg
  3. HU Berlin

männl. Jgd.C:

  1. CSV Union 77 Chemnitz
  2. SC HPW 69 Halle
  3. USV Jena

weibl. Jgd. C:

  1. ESV Lok Magdeburg
  2. TuS Ascota Chemnitz
  3. Fallstein- OS Osterwieck

männl Jgd. D:

  1. SV Stahl Riesa
  2. Chemnitzer SV 77
  3. SC HPW 69 Halle
  4. USC Leipzig

weibl. Jgd. D:

  1. TuS Ascota Chemnitz
  2. SC HPW 69 Halle
  3. ESV Lok Magdeburg
  4. USV HU Berlin
  5. USV TU Dresden

männl. Jgd. E:

  1. SC HPW 69 Halle
  2. BBC 90 Köpenick
  3. ESV Lok Chemnitz
  4. Chemnitzer SV Union 77

weibl. Jgd E:  

  1. TuS Ascota Chemnitz
  2. SC HPW 69 Halle
  3. ESV Lok Magdeburg
  4. USV TU Dresden
  5. BSV Stahl Lauchhammer


Für die Teilnahme zur Deutschen Meiterschaft wurden die jeweils die zwei ersten Teams gemeldet.

 

Die Erwachsenen spielten eine Übergangsrunde.

Herren:

  1. BSV AdW Berlin
  2. USV Magdeburg
  3. SSV Weißenfels
  4. USC Leipzig
  5. SC HPW 69 Halle
  6. USV TU Dresden
  7. CSV Union 77 Chemnitz
  8. SG Carl Zeitz Jena Süd
  9. Lok Bernau

Damen:

  1. HSG HU Berlin
  2. SC HPW 69 Halle
  3. TuS Ascota Chemnitz
  4. USV Halle
  5. SV Handel Jena
  6. HSG DHfK Leipzig
  7. SV Empor Berlin
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© Gunther Schmidt